Frau prügelte ihren Ehemann
Die Fürther Polizei musste das Opfer mit Gewalt befreien
  
FÜRTH (ja) - In der Fürther Westvorstadt hat am Mittwoch eine 56-jährige Frau ihren Ehemann in der Wohnung eingesperrt und geschlagen. Die Polizei musste die Wohnungstür eintreten, um den Mann zu befreien.

Gegen 18.45 Uhr hatte der 58-Jährige in einem Notruf an die Polizeieinsatzzentrale mitgeteilt, dass er von seiner Frau geschlagen werde. Noch während des Notrufs wurde das Gespräch unterbrochen. Wenig später meldete er sich erneut bei der Polizei: Seine Frau habe ihn nun ins Wohnzimmer eingesperrt, auf Grund einer Erkrankung leide er unter Atemnot.

Als die Streife der PI Fürth eintraf, weigerte sich die 56-Jährige, die Wohnungstür zu öffnen. Da aber nach Meinung der Beamten wegen des Notrufs ein erhebliches Risiko für das Leben des Mannes bestand, traten die Polizisten die Wohnungstür ein. Die Frau, die bewusst den Weg verstellte, musste von den Beamten mit Zwang aus der Wohnung gezogen und festgehalten werden. Anschließend befreiten die Beamten den Mann aus seiner misslichen Lage.

«Noch eine Chance»

Weil die 56-Jährige merklich betrunken war, wurde sie zur Ausnüchterung in die Polizeidienststelle gebracht. Gegen sie wird nun wegen Körperverletzung und Nötigung ermittelt. Der Ehemann will ihr jedoch nach den Worten von Polizeisprecher Peter Schnellinger «noch eine Chance geben». So verzichtete er nicht nur darauf, gegen sie auszusagen, sondern auch auf weitere Maßnahmen, die Opfern in solchen Fällen helfen soll.

Hätte es der Mann gewünscht, so Schnellinger, hätten die Beamten der Frau einen ein- bis zweiwöchigen Platzverweis erteilen können. In diesem Zeitraum hätte sich der Mann beim Amtsgericht einen Titel holen können, der es der Frau untersagt, die Wohnung wieder zu betreten. «Täte sie es doch, würde sie sich strafbar machen», so Schnellinger, der betont, dass solche Maßnahmen sonst überwiegend gegen prügelnde Männer angewendet werden. «Fälle wie dieser sind eher die Ausnahme.»
4.9.2009
 
  © FÜRTHER NACHRICHTEN Seite drucken