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Der Dialog stockt nach dem ersten Treffen

Gespräch zwischen Bürgerinitiative Bessere Mitte und Sonae Sierra lässt wenig Hoffnung
 Der Dialog stockt nach dem ersten Treffen
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Foto: Hans-Joachim Winckler
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FÜRTH - Das erste Treffen zwischen Vertretern des Neue-Mitte-Investors Sonae Sierra und der Fürther Bürgerinitiative Bessere Mitte wird von beiden Seiten sehr unterschiedlich bewertet. Während die Initiative von «unvereinbaren Standpunkten« in Bezug auf das geplante Einkaufszentrum spricht, sieht Unternehmensvertreter Martin Philippen den Anfang für einen Dialog gemacht.

«Die Bürgerinitiative ist enttäuscht über die mangelnde Kompromissbereitschaft des Investors«, heißt es in einer Pressemitteilung über den Meinungsaustausch hinter verschlossenen Türen reichlich unverblümt. Im Gespräch mit Philippen, bei Sonae Sierra Deutschland für die Entwicklung neuer Projekte zuständig, habe sich die Hoffnung zerschlagen, diesen für das Alternativkonzept der Initiative zu gewinnen.

Weder für die geforderte Dreiteilung des Komplexes an Rudolf-Breitscheid-Straße und Hallstraße noch für eine deutliche Verkleinerung der Verkaufsfläche - 25000 Quadratmeter - oder mehr Denkmalschutz habe sich Philippen erwärmen können. Damit sehe man keine Chance mehr, «in Sonae Sierra einen Partner für ein Leuchtturmprojekt zu finden« - sprich: für ein Center, das modellhaft für andere Städte werden könnte. Vielmehr sei die übliche Ansammlung von Filialisten zu erwarten.

Ohne Groll

Auf FN-Nachfrage in der Düsseldorfer Zentrale von Sonae Sierra zeigte sich Philippen erstaunt über den in seinen Ohren «abschließenden« Ton der Mitteilung. Er selbst habe das Treffen mit den sieben BI-Vertretern eher als «Startveranstaltung« und als «gegenseitiges Kennenlernen« denn als Schlusspunkt gewertet. Zudem, versichert der Unternehmensvertreter, sei das Gespräch «angenehm« verlaufen. Man habe sich ohne Groll getrennt.

Philippen verhehlt freilich nicht, dass es greifbare Ergebnisse nicht gab. Dafür aber ist es in seinen Augen auch zu früh. Zu vielem könne «man einfach noch nichts sagen« - etwa dazu, wie viele denkmalgeschützte Häuser nun in der Breitscheidstraße tatsächlich weichen sollen. Philippen verweist in diesem Zusammenhang auf den laufenden Architektenwettbewerb, an dem fünf von Sonae Sierra ausgewählte Büros teilnehmen; Ergebnisse sollen Anfang Mai öffentlich präsentiert werden.

Allerdings bestätigte Philippen im Gespräch mit unserer Zeitung erneut, dass für Sonae Sierra eine Größenordnung unter 20000 Quadratmetern Verkaufsfläche nicht machbar, weil nicht wirtschaftlich sei. Bei der von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen Aufteilung in drei Teilbereiche, schätzt Philippen, blieben allenfalls 9000 Quadratmeter Verkaufsfläche übrig. Auf diesen sei weder das geplante neue Kino noch Gastronomie in nennenswertem Ausmaß unterzubringen.

Zentrale Lage

Um das von Kritikern befürchtete autarke, also vom Rest der Stadt unabhängige Center zu verhindern, müsse man aber nicht zwingend dessen Größe reduzieren, meint Philippen. Auch die inzwischen festgeklopfte Verringerung der Stellplätze trage dazu bei, dass bestehende Geschäftslagen profitieren; denn Kunden, die andernorts parken müssen, seien gezwungen, durch die Straßen zu laufen. Auch die Lage unmittelbar in der City bürge für eine gute Anbindung.

Als «traurig« empfindet es der Deutschland-Chef von Sonae Sierra, Thomas Binder, «dass die Bürgerinitiative das Ende des Architektenwettbewerbs nicht abwartet«. Dies sei nicht der angekündigte Dialog, sondern «eine Verweigerungshaltung«. In Binders Augen bliebe «noch genug Zeit, um zu diskutieren«.

Wolfgang Händel
2.4.2009
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