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30.03.2009
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Wer hat Angst vor seinem Ehepartner?

Das ensemble 2.0 zieht in den Beziehungskrieg mit der Collage «Eine(r) stirbt immer«
 Wer hat Angst vor seinem Ehepartner?
Foto: Thomas Scherer
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Die Liebe ist ein grausamer Kampf. Frau gegen Mann, Betrug gegen Ehrlichkeit, Freiheit gegen Abhängigkeit. So jedenfalls interpretiert es Michael Jakob, den Fürthern bekannt als Moderator des Poetry Slams, in seinen drei Mini-Dramen, die er unter dem schlagkräftigen Titel «Eine(r) stirbt immer« zusammenfasst.

Bei der Fürth-Premiere in der sehr gut besuchten Kofferfabrik, deren Mitarbeiter noch Stühle ankarren mussten, geht es weniger blutig als seelisch hart zur Sache. Trotzdem ist bei allen drei Stücken Bedingung, dass einer am Ende tot ist: entweder der männliche Anti-Held, verkörpert von Autor Michael Jakob, oder die Partnerin (Göksen Meine).

Mit Herzblut

Beide Akteure verheimlichen ihre Herkunft aus dem Improvisationstheater nicht. Trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser Erfahrung liefern Jakob und Meine gleichermaßen reife schauspielerische Leistungen ab. Sie meistern die Zweikämpfe, ohne ins Hysterische oder Lächerliche abzugleiten, mit Herzblut und psychologischem Einfühlungsvermögen.

In «Der Hochzeitstag«, einer zunächst konventionell erscheinenden Story um ein vergessenes Ehe-Jubiläum, rächt sich die ignorierte Gattin mit einem tödlich-erotischen Spiel, aus dem schließlich Ernst wird - schusselige Männer seien hiermit eindringlich gewarnt. «Das Rollenspiel«, stärkster Part des Abends, jagt dem Zuschauer Schauer über den Rücken. Ein junges Pärchen steht auf Überraschungen. Bis ein prickelnder Abend, an dem er sie, als Einbrecher verkleidet, verführen will, außer Kontrolle gerät. Sie weiß bald nicht mehr, ob er oder ein Fremder sich hinter der Maske verbirgt. Wer spielt am Ende welche Rolle? Zahlreiche Gäste diskutierten angeregt in der Pause.

Der «Ehebruch« zeigt eine Frau, die die Treue ihres Liebsten, der oft fremdgeht, mit Gewalt erzwingen will. Doch ist so etwas möglich? Kostet es nicht letztlich das Leben, wenn man sich auf Gedeih und Verderb aneinander kettet?

In den besten Momenten erreichen Meine und Jakob fast das Niveau von Albees bitter-schwarzem Klassiker «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?«, so intensiv arbeiten sie sich aneinander ab. Nur scheint es hier tendenziell die Frau zu sein, die mehr leidet als der Mann und darum in ihrer Not zur finalen Mord-Lösung greift.

Insoweit also eine klassische Rollenaufteilung: Die Rebellion der schwachen, erniedrigten Weiblichkeit. Jakob gelingt dabei mit erstaunlichem Fingerspitzengefühl ein Plädoyer für respektvolle Beziehungen gleich starker Menschen. cs
30.3.2009
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