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Bürgerinitiative will von Erfahrungen profitieren |
| Kritiker der Neuen Mitte hatten Aktivisten zu Gast, die andernorts bereits Shopping-Center verhindert haben |
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Auf ihrem Weg, die Pläne für das Einkaufszentrum «Neue Mitte» zu beeinflussen oder ganz zu stoppen, will die Bürgerinitiative «Bessere Mitte Fürth» von erfolgreichen Vorbildern lernen. Zu diesem Zweck berichteten im Gewerkschaftshaus Vertreter von zwei Bürgerinitiativen, die in ihren Städten bereits den Bau großer Shopping-Center verhindert haben.
FÜRTH - Die Würzburger Rechtsanwältin Elisabeth Gabler und Herwig Schenk aus Minden haben es getan: Beide nahmen den Kampf gegen scheinbar übermächtige Investoren auf, am Ende brachten sie die ambitionierten Pläne für ein großes Einkaufszentrum jeweils mit einem Bürgerentscheid zu Fall. Wie berichtet, liebäugelt auch die Fürther Initiative damit, diesen Weg zu gehen.
Schenk und Gabler machten jedoch klar, dass dafür ein langer Atem nötig sei. «So ein Kampf kostet Energie und Nervenkraft», betonte Herwig Schenk. Süffisant kommentierte er das Verhalten der Mindener Stadtverwaltung, die die Kritik der Bürger an den Plänen zunächst als eine Art «Majestätsbeleidigung» verstanden habe, um am Ende doch klein beigeben zu müssen.
Sponsoren nötig
Den Fürther Aktivisten raten sie, «unbedingt selbstbewusst aufzutreten». Die Stadtverwaltung solle nicht als Obrigkeit, sondern als Dienstleister wahrgenommen werden. Mit Hilfe von Rechtsanwälten solle die Bürgerinitiative deutlich machen, dass sie rechtlichen Beistand habe.
Zudem sei es wichtig, den Einzelhandel mit einzubeziehen und das eigene Bündnis breit aufzustellen. «Einer allein», so Gabler, «schafft das niemals.» Von Vorteil sei es, «zahlungskräftige Leute im Hintergrund» zu haben, um sich vor einem Bürgerentscheid Plakate und Anzeigen in der Presse leisten zu können. Schenk riet außerdem dazu, «formal äußerst auf der Hut» zu sein. So sei der Mindener Bürgerinitiative bei der Beantragung des Entscheids ein folgenschwerer Fehler unterlaufen, der langwierige Gerichtsverfahren zur Folge hatte. Laut Schenk solle man sich von der Stadtverwaltung auch nicht mit Aussagen à la «wenn dieser Investor abspringt, finden wir niemals einen anderen» täuschen lassen. Die Erfahrung zeige vielmehr, dass es durchaus auch Investoren gebe, die kleinere Projekte umsetzen wollen.
Bei der passenden Organisationsform gingen die Meinungen allerdings auseinander. Während Schenk die Gründung eines Vereins empfahl, riet Gabler dazu, eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben zu rufen, da diese juristisch weniger angreifbar sei.
Zeit abgelaufen
Einig sind sich Schenk und Gabler darin, dass die Zeit der großen Einkaufszentren abgelaufen sei. In Amerika habe man das bereits erkannt. Anstatt zu versuchen, die Menschen mit Shopping-Centern in die City zu locken, sollten Kommunen lieber die Innenstadtplanung in die Hand nehmen und ihre «urbane Qualität» verbessern, um dadurch interessanter für Besucher, Geschäftsleute und Investoren zu werden. «Jeder Euro», sagt Elisabeth Gabler, «kann nur ein Mal ausgegeben werden. Daher sollte man ihn so gut wie möglich anlegen.» Kurzlebige Einkaufszentren seien nicht die Lösung. Und noch etwas will sie den Fürthern auf den Weg geben: Auch wenn ein Shopping-Center nicht gebaut werde, so drehe sich die Welt doch weiter.
Johannes Alles |
| 16.3.2009 |
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FÜRTHER NACHRICHTEN |
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