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Gegenentwurf soll die «bessere Mitte« bringen

Bürgerinitiative hat eigene Überlegungen für ein Fürther Einkaufszentrum präsentiert - Dialog statt Konflikt
 Gegenentwurf soll die «bessere Mitte« bringen
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FÜRTH - Die Bürgerinitiative Bessere Mitte versucht, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden: Sie will sich nicht nur kritisch, sondern auch konstruktiv an der Diskussion um ein Einkaufszentrum in der City beteiligen. Am Dienstag stellten Sprecher einen Entwurf vor, der nach ihrer Ansicht eher zu Fürth passt als das bisher bekannte Konzept des portugiesischen Investors Sonae Sierra für eine Neue Mitte.

Der Grundgedanke, dem sich bei den Überlegungen der Initiative alles unterordnet: Rudolf-Breitscheid-Straße und Hallstraße werden nicht ins Center integriert, bleiben also wie bisher öffentlicher Raum und jederzeit passierbar. Sie sollen zu einer «attraktiven Fußgängerzone« umgestaltet werden. Bedingung Nummer zwei: Die denkmalgeschützten Gebäude entlang der Breitscheidstraße bleiben erhalten.

Auf dieser Basis sollen die drei Komplexe Wölfel-Areal, Commerzbank sowie Fiedler-Gebäude und Parkhotel in getrennten Teilprojekten zu neuen Einkaufsschwerpunkten entwickelt werden. Dadurch ergebe sich die von vielen gewünschte offene Bauform und die Durchlässigkeit zu bereits bestehenden Geschäftslagen ebenso von selbst wie der von Kritikern geforderte kleinere Umfang des Centers.

Der in Ritzmannshof lebende Architekt Christofer Hornstein, der neu zum Sprechergremium der Initiative gestoßen ist, verhehlt allerdings den «größten Mangel« des Konzepts nicht: Einen Investor hat man dafür nicht an der Hand. Denn Sonae Sierra hat die Einbeziehung der Straßenbereiche zur unumstößlichen Voraussetzung gemacht. Alternativen herbeizuschaffen wiederum übersteigt die Möglichkeiten der ehrenamtlich Aktiven.

Deshalb, so Hornstein, sei die Stadt in der Pflicht. Sie könne das Projekt mit den entsprechenden Vorgaben in einem offenen Wettbewerb ausschreiben. Dass der Kommune die meisten der fraglichen Grundstücke nicht gehören, ist für Hornstein kein Hemmnis. Darum könne sich der Investor kümmern, der auserkoren wird. Interessenten, meint der vor allem im Bereich Denkmalschutz aktive Architekt, «müssten doch Schlange stehen, wenn die Kaufkraft Fürths tatsächlich so groß ist, wie es die Stadt behauptet«.

«Roter Teppich«

Die Initiativ-Vertreter wollen freilich auch nicht ausschließen, dass sich Sonae Sierra für ihre Ideen erwärmt. Hornstein sieht für das auf dem deutschen Markt erst Fuß fassende Unternehmen die große Chance, damit in Fürth ein Vorzeigemodell zu entwickeln. «Einem solchen Investor würde man in anderen Städten doch einen roten Teppich ausrollen«, glaubt er.

Die von allen ersehnten «Impulse für den großflächigen Einzelhandel« hält Ursula Kreutz aus der Arbeitsgruppe «Zukunft« innerhalb der Initiative, auch auf diese Art für gesichert. Zudem, meint die bildende Künstlerin, behalte die Kommune «die Handlungshoheit« über das Gebiet und könne «nachhaltig einwirken«.

Auch über Inhalte hat man sich in der Initiative Gedanken gemacht. So wirbt Hornstein dafür, auf dem Wölfel-Gelände eine «Boutiquen-Passage« mit einem Gastronomie-Forum im Zentrum zu schaffen. Ein «hochwertiges Angebot für Betuchte aus der ganzen Region« könnte er sich dort vorstellen – ein «Alleinstellungsmerkmal«, mit dem man dem landläufigen Graue-Maus-Image Fürths weiter entgegenwirken könnte.

Hornstein und Kreutz hoffen, mit diesen Vorschlägen Gehör bei der Stadt zu finden. Ein erstes Gespräch mit dem Fürther Wirtschaftsreferenten Horst Müller - gegenüber den FN von beiden Seiten als angenehm und konstruktiv gelobt - mache sie zuversichtlich. Müller sagte zu, eine Sitzung der AG Zukunft zu besuchen, auch gemeinsame Gespräche mit Sonae Sierra sollen stattfinden.

Man sei sich sehr wohl bewusst, dass es in der Bürgerinitiative andere, sehr viel skeptischere Strömungen gibt, räumt Hornstein ein. Die große und dominierende Mehrheit aber setze auf den Dialog - nicht auf den Konflikt um jeden Preis.

Wolfgang Händel
12.2.2009
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