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Kommentar:

Neue Mitte: Eine ermutigende Erfahrung

Podiumsdiskussion der FN machte Hoffnung
 Neue Mitte: Eine ermutigende Erfahrung
Die Podiumsdiskussion der Fürther Nachrichten zum Thema Neue Mitte war in vieler Hinsicht ermutigend. Nicht nur, weil am Montagabend rund 1000 Menschen in die Stadthalle strömten und damit mehr als man erwarten durfte; nicht nur, weil dieser Umstand zeigt, wie sehr die Pläne für ein neues Einkaufszentrum mitten im Zentrum die Fürther bewegen, wie sehr sie Anteil nehmen am Schicksal ihrer Heimatstadt; und nicht nur, weil es erstmals gelang, Befürworter und Gegner an einen Tisch zu bringen.

Ermutigend war vor allem, dass – von manchem allzu emotionalen Zwischenruf abgesehen – sachlich debattiert wurde und dass erkennbar war: Die Positionen liegen oft gar nicht so weit auseinander, wie man oberflächlich betrachtet meinen könnte. Man darf sich also berechtigte Hoffnung machen, dass gemeinsam eine Lösung zu finden ist. Eine Lösung, die sicher nicht im Sinne aller sein, aber doch von einer großen Mehrheit getragen werden kann.

Vieles wird bis dahin noch zu diskutieren, abzuwägen und möglicherweise zu modifizieren sein. Dass die Bürgerinitiative Bessere Mitte und der portugiesische Investor Sonae Sierra wechselseitiges Misstrauen ablegten, sich im Rahmen des FN-Podiums näher kamen und weitere Zusammenkünfte vereinbarten, ist ebenso erfreulich wie die Signale, die Fürths Oberbürgermeister aussandte: Hatte Thomas Jung am Anfang noch bisweilen unwillig auf jede Form der Kritik am 150-Millionen-Euro-Projekt reagiert, so lässt er nun erkennen, dass ihm sehr wohl an der konstruktiven Diskussion mit den skeptischen Geistern gelegen ist - und dass ihn manche Attacke, wie der in seinen Augen abstruse Vorwurf der Geheimniskrämerei, persönlich schwer getroffen hat.

Die neue Linie des Rathauschefs macht Sinn, denn leichtfertig vom Tisch wischen sollte man die Bedenken nicht. Viele davon stützen sich auf langjährige und nicht immer positive Erfahrungen anderer Kommunen mit dem Bau von innerstädtischen Einkaufscentern. Deshalb ist man in Fürth auf dem richtigen Weg, wenn man sich an gelungenen Beispielen orientiert und bereits bekannte Fehler vermeidet.

Zu guter Letzt: Auch der Investor Sonae Sierra hinterließ in der Diskussion nicht den Eindruck, als seien ihm Kritik und lokale Befindlichkeiten gleichgültig. Auf all dem, sollte man meinen, lässt sich aufbauen.

Eine Sonderseite mit ausführlichen Berichten vom Diskussionsabend finden Sie in der Printausgabe der Fürther Nachrichten vom Mittwoch

Wolfgang Händel
21.1.2009
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