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Neue Mitte: Kritiker werden offensiv

Bürgerinitiative gegen das Einkaufszentrum hat sich öffentlich vorgestellt
 Neue Mitte: Kritiker werden offensiv
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FÜRTH - Die Bürgerinitiative Bessere Mitte Fürth hat die Stadt bei ihrem ersten öffentlichen Auftreten noch einmal eindringlich davor gewarnt, die Planung für die Erneuerung der Einkaufsstadt «in die Hände eines Investors zu geben«.

In einem Pressegespräch gaben sich Sprecher der Initiative am Freitag fest entschlossen, die Neue Mitte notfalls mit juristischen Mitteln und per Bürgerbegehren zu bekämpfen - sollte die Stadt bei der geplanten Dimension von 25000 Quadratmetern Verkaufsfläche und bei der Vorgabe bleiben, dass Teile der Rudolf-Breitscheid-Straße und der Hallstraße ins Einkaufszentrum integriert werden.

Man sei nicht grundsätzlich gegen das Projekt, strebe aber «eine Größe an, die für Fürth angemessen ist«, sagt Susanne Zoller, die die BI auch bei einer Podiumsdiskussion der Fürther Nachrichten am 19. Januar in der Stadthalle vertreten wird (siehe Bericht auf Seite1). Zoller, Wirtschaftsmathematikerin von Beruf, äußert darüber hinaus große Bedenken, ob das Vorhaben aus verkehrspolitischer Sicht zu verkraften ist.

Von oben herab

Einer der Hauptkritikpunkte, so der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Werner Schmidt, sei, dass sich Fürth die Planung «von oben herab« vom Investor, der portugiesischen Sonae-Sierra-Gruppe, überstülpen lasse. Nötig sei hingegen, dass die Stadt die Initiative ergreift und «das Projekt europaweit ausschreibt«.

Ursula Kreutz, bildende Künstlerin und Vertreterin der BI-Arbeitsgruppe «Vision Fürth«, plädiert dafür, den Bezug der Fürther zu ihrer Heimat zu erhalten. Man könne nicht «einfach eine so große Fläche abrasieren und neue Strukturen schaffen«. Auch die Bürgerinitiative wolle, dass Fürth als Einkaufsstadt attraktiver wird – allerdings «nicht nur an einer Stelle«.

Michael Müller, heute Pensionär und früher in leitender Position bei einem Großunternehmen tätig, wiederum bezweifelt die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Seiner Ansicht nach fehlt für weitere 25000 Quadratmeter Innenstadt-Verkaufsfläche – zusätzlich zu den bereits bestehenden rund 50000 – die Kaufkraft in Fürth. Müller verweist dabei unter anderem auf den hohen Ausländeranteil. insbesondere im Zentrum.

Kein Elektromarkt

Zudem scheide ein Elektromarkt, wie er anderen Einkaufzentren als Magnet diene, für die Neue Mitte aus, weil «Saturn« seit dem vergangenen Jahr einen Filiale neben dem Kulturforum betreibt. Müller warnt auch davor, dass das neue Shopping Center Läden aus der Fußgängerzone abzieht, die dann veröden könnte. Nach seiner Beobachtung finden sich beispielsweise in den Münster-Arkaden, die ebenfalls von Sonae Sierra betrieben werden, etliche Geschäfte, wie es sie in der schon bestehenden Fürther Einkaufsmeile gibt.

In der übernächsten Woche nun wollen Vertreter der Bürgerinitiative diese und viele andere Kritikpunkte in einem Gespräch mit Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung erörtern. Der Rathauschef hatte den Gegner der Neuen Mitte einen «konstruktiven Dialog« angeboten.

Wolfgang Händel
10.1.2009
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