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Neonazis beschädigen Wohnhaus und Auto

Parolen an der Wand, Reifen zerstochen: Fürther Familie wurde Opfer nächtlicher Attacke
 Neonazis beschädigen Wohnhaus und Auto
FÜRTH (hän) - Offenbar haben Rechtsradikale in der Nacht zum Dienstag das Haus einer Familie im Stadtwesten mit Neonazi-Parolen besprüht, das Schloss der Eingangstür verklebt, den Wagen mit weißem Lack besprüht und alle Reifen zerstochen. Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben rund 4000 Euro.

Als Motiv für die massiven Sachbeschädigungen wird vermutet, dass sich die Betroffenen an den Protesten gegen das verstärkte Auftreten von Rechten in Fürth beteiligt haben. Ihre Kinder sind zudem in der «Antifaschistischen Linken Fürth» (ALF) aktiv, ein bei Neonazis beliebtes Angriffsziel. Eine der Parolen an der Hauswand, «Good night left side» («Gute Nacht linke Seite»), weist ebenfalls in diese Richtung: Sie ist Motto der rechtsextremen «Anti-Antifa».

Wie Stefan Gebuhr, Sprecher des Landesverbands der «Linksjugend (solid)», Nachwuchsorganisation der Partei «Die Linke», annimmt, «steht dieser Anschlag in Zusammenhang mit dem vorzeitigen Scheitern der NPD bei den Fürther Kommunalwahlen». Die Partei hatte - wie berichtet - nicht die nötige Anzahl von Unterschriften sammeln können, um für den Urnengang am 2. März zugelassen zu werden.

In die gleiche Kerbe schlägt die Fürther IG Metall. Sie meldet, dass das Gewerkschaftshaus in der Königswarterstraße von Unbekannten beschädigt worden sei. Transparente mit dem Motto «Nie wieder», die vor einem Wiederaufkeimen nationalsozialistischen Gedankenguts warnen, seien heruntergerissen und gestohlen worden. Zudem hätten Rechtsradikale kürzlich einen Gewerkschafter an der U-Bahn-Station Rathaus bedroht. Man lasse sich jedoch dadurch «nicht einschüchtern».

Die Linksjugend fordert nun die «zuständigen Stellen» auf, gegen die Fürther Neonazis vorzugehen. Dass die Polizei bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, versicherte deren Pressesprecher Michael Gengler gestern auf Anfrage der FN. Weil auch die Ordnungshüter von einem rechtsradikalen Hintergrund ausgehen, habe die Ermittlungen die dafür zuständige Abteilung Staatsschutz übernommen. Bisher, so Gengler, habe es einen ähnlich drastischen Fall politisch motivierter Sachbeschädigung in Fürth noch nicht gegeben.

Aus linken Kreisen geäußerte Vermutungen, die Nachforschungen könnten nicht mit der nötigen Intensität durchgeführt werden, weist Gengler zurück. «Die Kollegen legen hier denselben Ehrgeiz an den Tag wie in anderen Fällen auch.»

Experten haben die Spuren gesichert, an die Bewohner im Umfeld des Tatorts wurden Fahndungsaufrufe verteilt. Bisher jedoch gebe es keinerlei Hinweise auf die Verursacher.
24.1.2008
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