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Blasmusik-Attacke aufs Trommelfell |
| »Boban and Marko Markovic Orkestar» beendete die Südosteuropa-Reihe |
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NÜRNBERG - Seht her, wie die Serben feiern können: Mit einem fulminanten Konzert des »Boban and Marko Markovic Orkestar» ist in der Tafelhalle die von der Europäischen Kommission finanzierte, dreitägige Reihe »Südosteuropa: Eine Kulturreise» zu Ende gegangen.
Den Menschen in Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden die »junge vibrierende Kultur» Südosteuropas näherzubringen, lautet das Ziel der Kulturreise durch den Balkan, die in Nürnberg startete und als nächstes in Passau Station macht. Schließlich gelten Länder wie Serbien und Montenegro als potenzielle EU-Kandidaten; Kroatien, Mazedonien und die Türkei haben den Antrag auf Mitgliedschaft bereits gestellt.
Sport, Essen und Blasmusik
Und wie lockt man den Nürnberger? Erstens mit Sport, zweitens mit Essen und drittens mit Blasmusik, die das Trommelfell zum Tanzen bringt: Der ehemalige Club-Spieler Sasa Ciric fungierte als lokaler Pate der Reihe, beim Auftakt im »Ofenwerk» gab’s Kulinarisches von Köchen aus Kroatien, und zum Abschluss fegte das serbische »Boban and Marko Markovic Orkestar», bekannt aus Emir Kusturicas Film »Underground», durch die fast vollbesetzte Tafelhalle. Auch eine Lesung, eine Ausstellung und ein Filmabend waren Teil des Projekts, mit dessen Nürnberger »Kickoff» und den mehreren hundert Besuchern die Organisatoren mehr als zufrieden waren.
Ob man es mittels solcher Veranstaltungen tatsächlich schafft, eventuelle Vorbehalte gegen die südosteuropäische Kultur in den Köpfen der Menschen abzubauen, sei dahingestellt. Eins steht fest: Beim Abschlusskonzert tanzten, sangen und lachten Serben und Franken gemeinsam – wobei die Fankurve des 13-köpfigen, nur aus Bläsern und Trommlern bestehenden »Boban and Marko Markovic Orkestar» hinten links in der Tafelhalle von Anfang an festlegte, dass Zwischenrufe, Aufstehen und Abtanzen bei Auftritten der Könige des Balkan Brass dazugehören.
Laune machenden Sound für gehobene Ansprüche
Die Herren in den spitzen Schuhen sind in ihrer Heimat Stars. Trompeter Boban und sein erst 22-jähriger Sohn Marko mixen traditionelle Roma-Melodien mit allem, was ihnen musikalisch im Rest der Welt so querkommt. Daraus basteln sie einen ungemein treibenden, Laune machenden Sound für gehobene Ansprüche, der sich abwechselt mit Kompositionen, aus denen auch der des Serbischen nicht mächtige Zuhörer Gefühle wie Sehnsucht, Melancholie und Trauer heraushört.
Zwischendrin werden ein paar Späßchen gemacht. Und weil bald Ostern ist, gackern die Musiker auch mal lustig vor sich hin - mit ihrem mitreißenden Auftritt haben sie den Organisatoren aber alles andere als ein Ei gelegt.
Susanne Helmer |
| 22.3.2010 |
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