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Modernes Interieur für gotischen Chor |
| Das Provisorium endet: Altarraum in St. Lorenz bekommt ein wandelbares Gesicht |
| Modernes Interieur für gotischen Chor |
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Die Zeit des Wartens hat ein Ende. Lange genug hat es für die Oberasbacher Gemeindemitglieder gedauert, nun soll im März der neue Chorraum der Kirche St. Lorenz eingeweiht werden.
OBERASBACH - Im Januar 2006 hatte der Kirchenvorstand beschlossen, dem seit Dezember 2000 nur provisorisch ausgestattetem Chorraum ein völlig neues Gesicht zu geben.
Ursache für die Behelfslösung war eine Anweisung des Landesamts für Denkmalpflege, die von April bis Dezember 2000 bestehende Ausstattung – einen Christus im Südtiroler Stil und einen Weltbogen auf dem Altar – zu entfernen.
Schon zuvor war der Chorraum der Kirche, deren Ursprünge bis in das 13. Jahrhundert reichen, zahlreichen Veränderungen unterworfen. Um das Jahr 1960 herum zierten ein neugotischer Altar von 1860 und Buntglasfenster aus der Zeit zwischen 1886 und 1892 den Chor. Schon 1967 griff das Landesamt für Denkmalpflege zum ersten Mal in die Kirchenausstattung ein: Der Altaraufsatz und die Fenster aus dem 19. Jahrhundert wurden entfernt. Statt dessen hängte man als Altarbild eine Kreuzigungsszene (Leihgabe der bayerischen Staatsgemäldesammlung) auf und verlegte einen neuen Fußboden.
Im April 2000 wurde der zentrale Kirchenraum erneut umgestaltet, was der Denkmalschutz prompt wieder bemängelte. Bis zur endgültigen Neufassung blieb das Innere des Chorraums mit der historischen Altarplatte, der Kanzel und dem Taufstein ab Dezember 2000 aber unangetastet.
Seit 2008 Ideen gesammelt
«Anfang 2008 haben wir Ideen für eine Neugestaltung gesammelt», berichtete Karin Sust vom Kirchenvorstand bei der Vorstellung des Modells. Es wurde ein Kreativ-Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich fünf Künstler aus der Metropolregion beteiligten und aus dem der Nürnberger Paul Müller als Sieger hervorging. Eine Bildtafel am Altar, eine bewegliche Osterleuchte und ein mobiles Taufbecken aus Edelstahl, Glas und Plexiglas sollen für ein neues und wandelbares Gesicht des Chorraums sorgen.
Beeindruckend ist der Entwurf des Altarbildes, der nicht nur das zentrale Thema des Kreuzes aufgreift: Gläserne Fingerabdrücke, die das Kreuz umrahmen, sollen laut Müller die verschiedenen Einflüsse symbolisieren, die Zeit und Menschen im Lauf der Jahrhunderte in der Kirche hinterlassen haben.
Trotz oder gerade auf Grund seiner geradlinigen, fast spartanisch anmutenden Formen passt sich das moderne Interieur dem gotischen Chorraum an. Müller ist es mit seinen Entwürfen offensichtlich gelungen, einen Bogen zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Gegenwart zu spannen. URSULA SVOBODA |
| 20.2.2010 |
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FÜRTHER NACHRICHTEN |
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