FÜRTH (hän) - Auch in Fürth regt sich Widerstand gegen eine Demonstration von Rechtsradikalen in der Südstadt, die ausgerechnet kurz vor Weihnachten stattfinden soll. Das örtliche «Bündnis gegen Rechtsestremismus und Rassismus« hält ein Verbot des Aufmarsches für angezeigt.
Wie berichtet, haben die «Freien Nationalisten Nürnberg« am Samstag, 19. Dezember, auf dem Kaiserplatz, Ecke Kaiserstraße/Waldstraße, eine Kundgebung samt Umzug mit dem Titel «Ausländerrückführung statt Integration« angemeldet; vorher wollen sie sich in der Nähe des Nürnberger Hauptbahnhofs treffen.
Schon das Motto, so das Fürther Bündnis, zeige, dass es den so genannten Nationalisten allein «um Volksverhetzung und Diskriminierung« gehe - zumal gerade in Fürth «viele Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund arbeiten und leben«. Unter anderem das mache «Fürth lebens- und liebenswert«. Deshalb dürfe man nicht zulassen, dass Ausländer «beleidigt, diskriminiert und eingeschüchtert werden«.
Allerdings kann die Stadt der Forderung, die Versammlung der Rechtsextrem zu verbieten, wohl nicht nachkommen. Einen entsprechenden Antrag stellte die Linkspartei zwar unlängst im Stadtrat, der daraufhin einen «eindringlichen Appell« beschloss, alle Verbotsmöglichkeiten auszuloten. Doch der zuständige Ordnungsreferent Christoph Maier sieht kaum Aussichten auf Erfolg. Schon bei früheren Neonazi-Aufmärschen in Fürth habe sich gezeigt, dass die Gerichte dem Gut der Demonstrationsfreiheit mehr Gewicht geben.
Maier setzt deshalb auf eine, wie er es nennt, «Entmannung« der radikalen Teilnehmer: Springerstiefel, martialische Accessoires und einschlägige Symbole müssen sie ausziehen oder ablegen. Damit, sagt Maier, habe man bei NPD-Demos gute Erfahrungen gemacht. Übrig geblieben sei ein «müde dahinlatschender Haufen«.
Und der wird sich aus einem weiteren Grund schwer tun: Linke und antifaschistische Gruppen haben Gegendemonstrationen angekündigt. |