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Die Rettung für das City-Center ist in Sicht

Verkauf des Einkaufszentrums in der Innenstadt rückt immer näher - Sonae Sierra ist der einzige Bieter
 Die Rettung für das City-Center ist in Sicht
Foto: Scherer
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FÜRTH - Geht alles glatt, ist das City-Center schon Ende dieses Jahres in neuen Händen - und kann unter schlagkräftiger Regie wieder zum attraktiven Einkaufsschwerpunkt werden. Nach den Worten des städtischen Wirtschaftsreferenten Horst Müller sind die Chancen dafür in den vergangenen beiden Monaten erheblich gestiegen.

Das wäre eine Entwicklung, an die nach dem Scheitern der ebenso ehrgeizigen wie umstrittenen Pläne für eine «Neue Mitte« rund um die Breitscheidstraße kaum jemand zu glauben wagte. Und auch Müller ringt sich im Gespräch nach vorsichtigen Formulierungen («Mein Optimismus verstärkt sich«, «Es gibt mehr als einen Hoffnungsschimmer«) nur zögernd zur Aussage durch: «Es schaut gut aus.«

Denn nur noch ganz wenige der Unterschriften fehlen, mit denen alle 351 Eigentümer des 26000 Quadratmeter großen City-Centers notariell ihre Bereitschaft zum Verkauf bekunden müssen. Zwar wollte man alles bis Mitte Oktober unter Dach und Fach haben, doch einige pokern offenbar lange, andere sind noch auf Reisen.

Doch auch unter denen, die säumig sind, sei niemand, der sich generell weigert, versichert Müller. Die Stimmung auf einer außerordentlichen Eigentümerversammlung am Samstag sei deshalb relativ entspannt gewesen. Jeder sei sich der prekären Lage im kränkelnden Center bewusst, «keiner sieht mehr eine andere Möglichkeit als den Verkauf«, so Müller.

Er muss es wissen, denn seit Juli verfolgt der Mann aus Fürths Stadtspitze die Entwicklung aus der ersten Reihe: Auf Geheiß der Eigentümer ist er Vorsitzender eines «Steuerungskreises«, zusammen mit deren Sprechern Karin Maul und Herbert Müller wirbt er um Unterstützung – und sucht nach einem Investor, der bereit ist, den 24 Jahre alten, stark modernisierungsbedürftigen Einkaufstempel zu kaufen und auf Vordermann zu bringen.

Inzwischen steht fest, dass nur noch jenes Unternehmen im Rennen ist, das Fürth bereits seit zwei Jahren hartnäckig in Atem hält: Sonae Sierra aus Portugal, finanzstarker Betreiber von rund 50 Einkaufscentern in sieben Ländern, lässt auch nach dem Aus für die Neue-Mitte-Pläne nicht von der Kleeblattstadt ab und will seine Ideen nun in der Altimmobilie umsetzen.

Entscheidender Schritt

Interessenten habe es zwar ein halbes Dutzend gegeben, doch nur Sonae Sierra hat nach Müllers Worten den entscheidenden Schritt gemacht, bis Ende September ein Gebot abzugeben. Wie viel Geld fließen wird, soll nicht an die Öffentlichkeit dringen, hat der Steuerungskreis beschlossen. Hinter vorgehaltener Hand sprechen Eingeweihte aber von 20 bis 30 Millionen Euro. Weit mehr wird freilich der grundlegende Umbau des Centers verschlingen; mindestens 50 Millionen Euro sind dafür zu berappen, schätzen Fachleute.

Thomas Binder, Deutschlandchef von Sonae Sierra ließ gestern auf Anfrage der Fürther Nachrichten aber keinen Zweifel daran, dass sein Konzern zum finanziellen Engagement bereit ist. Man sei «motiviert und bester Hoffnung«.

Noch einmal betonte Binder, was den Blick von Sonae Sierra auf die Kleeblattstadt gelenkt hat: «Wissenschaftlich untermauerte Analysen« hätten ergeben, dass ein attraktives Einkaufsangebot in Fürth verloren gegangenes Kundenpotenzial zurückholen könnte wie in kaum einer anderen deutschen Stadt. Mit anderen Worten: In Fürth gibt es für ein Unternehmen wie Sonae Sierra, Nummer zwei unter den Betreibern von Einkaufszentren in Europa, sehr viel Geld zu verdienen.

Noch vor dem Jahresende könnte nach Einschätzung von Horst Müller der Kaufvertrag besiegelt sein, gleich anschließend würde der neue Eigentümer das Management übernehmen und alsbald die Sanierung einläuten. Doch vorher müssen die restlichen Unterschriften her, letzte Frist ist Ende Oktober - denn auch Sonae Sierra werde mitten in der Wirtschaftskrise nicht ewig bei der Stange bleiben, mahnt Müller.

Und bevor nicht alles in trockenen Tüchern ist, will der Wirtschaftsreferent nicht frohlocken, schließlich ist er ein gebranntes Kind: Ein einziger Hauseigentümer hat mit seiner Verkaufsweigerung im Mai schon die «Neue Mitte» gestoppt - ein Trauma für Fürths Führungsriege, das sie so schnell nicht los wird.



Wolfgang Händel
20.10.2009
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