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Viel Hoffnung auf eine neue «Neue Mitte»

Der Glaube daran, dass aus dem Scheitern der Sonae-Sierra-Pläne eine gute Lösung erwachsen kann, ist groß
 Viel Hoffnung auf eine neue «Neue Mitte»
Foto: Mark Johnston
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Obwohl die Pläne des Investors Sonae Sierra für ein Einkaufszentrum links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße Geschichte sind, bricht in Fürth kein Heulen und Zähneklappern aus. Schon gar nicht bei der Bürgerinitiative Bessere Mitte, aber auch die IHK und der Einzelhandelssprecher zeigen sich optimistisch. Auf viel Beifall stoßen die Pläne, das City-Center in Form zu bringen.

FÜRTH - Ein Tag des Triumphs? Nein, so weit will Christofer Hornstein nicht gehen. «Aber es ist doch ein Tag der Freude», sagt der Sprecher der Bürgerinitiative Bessere Mitte. Dass Sonae Sierra die Pläne für ein Einkaufszentrum an der Breitscheidstraße wieder in die Schublade packt, betrachtet Hornstein «als konsequenten Schritt». In sämtlichen Gesprächen mit den Vertretern des Investors habe er den Eindruck gehabt, dass die Pläne nicht mit einem stadtverträglichen Konzept in Einklang zu bringen waren.

Von der Stadt wünscht sich Hornstein, dass sie künftig selbstbewusster gegenüber Investoren auftritt. Fürth sei für viele Investoren interessant, aber ob diese auch für Fürth interessant seien, dass müssten sie erst einmal beweisen. Mit Freude sieht er, dass sich der Fokus nun auf eine Revitalisierung des City-Centers richtet. Die BI unterstütze zudem jeden Investor, der Leben in das Wölfel- und das Fiedler-Areal bringen will - unter der Voraussetzung, dass die Breitscheidstraße offen bleibt, erhaltenswerte Bausubstanz geschützt wird und die Größe des Centers ein «vernünftiges Maß» nicht überschreitet.

Das Bürgerbegehren gegen die Einbeziehung der Breitscheidstraße in ein Shopping-Center werde vorerst auf Eis gelegt. Hornstein kündigt an, dass sich die BI weiter engagieren wird. Dazu wünscht er sich einen Runden Tisch für die Innenstadt aus Händlern, Hauseigentümern, Interessengruppen und der Stadtverwaltung.

Christian Nowak, Vorsitzender des IHK-Gremiums Fürth, trauert einer «verpassten Chance» nach, richtet den Blick aber nach vorne. Die IHK habe von Anfang an gesagt, man müsse bei der Diskussion um die Neue Mitte auch das City-Center im Auge behalten. «Das eine geht nicht ohne das andere», sagt Nowak. Er würde es sehr begrüßen, wenn die Eigentümer das 24 Jahre alte Einkaufszentrum an einen Investor verkaufen würden und damit den Weg frei machen, um «die Seele von Fürth wiederzubeleben».

Keine weitere Hängepartie

Nowak hält zudem einen Architekten-Wettbewerb zur Entwicklung des City-Centers für notwendig, bei dem die Ideen potenzieller Kritiker einfließen sollten. Eine weitere Hängepartie könne sich der leidende Innenstadt-Handel nicht leisten. Als sinnvoll erachtet er die Forderung des Fürther Wirtschaftsreferenten Horst Müller, dass im City-Center und an der Rudolf-Breitscheid-Straße ein und derselbe Investor aktiv werden sollte. Allerdings ist Nowak skeptisch. «Wir leben in Zeiten», sagt er, «wo man schon froh sein sollte, wenn man für jede Fläche jeweils einen Investor finden würde». Dass diese sich dann abstimmen, sei jedoch unerlässlich.

Optimismus stellt auch Norbert Staudt, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Fürth, zur Schau. Mit dem Aus für die Neue-Mitte-Pläne von Sonae Sierra sei er nicht unzufrieden, zumal jetzt plötzlich möglich werde, was zuvor unmöglich erschien: eine Sanierung des City-Centers. «Das wäre nun wirklich eine Traumlösung», sagt Staudt.

Dass sich entlang der Breitscheidstraße am Ende gar nichts mehr tut, glaubt er nicht. Das Fiedlerareal, aber insbesondere die Wölfel-Höfe seien derart verwahrlost, dass es sich die Stadt gar nicht leisten könne, tatenlos zuzusehen. «Hier wird was geschehen», sagt Staudt. «Es gibt ja nicht nur Sonae Sierra, sondern auch noch andere Investoren», verweist er auf potenzielle Interessenten. «Vielleicht», fasst Staudt zusammen, was offenbar viele denken, «vielleicht kommt nun die bessere Lösung für Fürth.»

Johannes Alles
2.7.2009
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