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Neue Mitte: Entscheidung muss noch warten

Weiterer Anlauf oder nicht: Sonae Sierra bittet erneut um vier Wochen Aufschub - Kleinere Lösung im Visier
 Neue Mitte: Entscheidung muss noch warten
Foto: Hans-Joachim Winckler
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FÜRTH - Maximal vier Wochen Zeit hatte sich Sonae Sierra gegeben, um über das weitere Schicksal von Fürths Neuer Mitte zu befinden. Kurz vor Ablauf dieser Frist steht fest, dass nichts feststeht. Man werde mit der Entscheidung, ob ein neuer Anlauf in Sachen Einkaufszentrum Sinn hat, nun doch noch bis voraussichtlich Ende Juni warten, ließen Investor und Stadtspitze auf Nachfrage der Fürther Nachrichten wissen.

Damit ist zumindest klar: Ganz so aussichtslos, wie fast alle Beteiligten im ersten Moment mehr oder minder unverhohlen meinten, ist eine geänderte Planung für das portugiesische Unternehmen mitnichten. Zwar sei es alles andere als einfach, ohne das nicht zum Verkauf stehende Haus Nummer 12 in der Rudolf-Breitscheid-Straße ein tragfähiges Konzept zu zimmern, räumt Martin Philippen von Sonae Sierra ein. Doch der Projektentwickler will nicht so schnell lockerlassen.

«Wir feilen an einer kleineren Lösung, haben aber noch nicht alle Untersuchungen abgeschlossen», sagt Philippen. Gemeinsam mit den Preisträgern des von Sonae Sierra ausgelobten, dann aber wegen der neuen Entwicklung fast bedeutungslosen Architektenwettbewerbs werde «analysiert, ob das geht».

Keine neuen Flächen

Wie klein die eingedampfte Version ausfallen könnte, darauf will sich Philippen nicht festlegen; allerdings rutsche man wohl unter die bisher von seinem Unternehmen als unabdingbar betrachteten 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Ein Absinken auf die von der Bürgerinitiative Bessere Mitte immer wieder als Obergrenze propagierten 15 000 Quadratmeter sei jedoch auch nicht zu erwarten.

Klar ist für die Portugiesen: Man konzentriert sich ausschließlich auf jene Flächen, für die man schon unumstößliche Optionen hat - also Wölfel-Areal, Commerzbank, Fiedler und Park-Hotel, wobei Letzteres nicht mehr zwingend beinhaltet sein müsse. Vom Tisch ist der Zukauf neuer Flächen, den Sonae Sierra im ersten Schock vor dreieinhalb Wochen als Alternative erwogen hatte. Davon hat man einerseits aus Zeitgründen, andererseits aber wegen der drohenden neuen Diskussionen Abstand genommen. Denn auf sämtlichen für eine Ausdehnung in Frage kommenden Arealen stehen weitere denkmalgeschützte Häuser, die dem Shopping-Center weichen müssten.

Dafür bezieht der Investor nun verstärkt in seine Überlegungen ein, was die Neue-Mitte-Kritiker per Bürgerentscheid erzwingen möchten: dass die Rudolf-Breitscheid-Straße öffentlicher Raum und passierbar bleibt. Philippen macht keinen Hehl daraus, dass darauf zuletzt sogar die Stadt gedrängt hat. Weniger wohl aus besserer Einsicht denn aus pragmatischen Erwägungen - könnte ein Entgegenkommen doch den aufwändigen, teuren und zudem in seinem Ausgang unwägbaren Bürgerentscheid überflüssig machen.

"Sehr schwierig"

Oberbürgermeister Thomas Jung lässt freilich Zweifel durchblicken, ob dem bisher in dieser Frage kaum zugänglichen Unternehmen ein entsprechend ausgerichteter Entwurf gelingt. «Sehr schwierig» sei dies, bisher könne er «keine überzeugende Lösung» erkennen, sagt Jung.

Für wenig sinnvoll halten die portugiesischen Planer nach wie vor den Vorschlag der BI, der eine Aufteilung des Komplexes in drei nicht miteinander verbundene Bestandteile vorsieht. Für ihn handle es sich dabei lediglich um eine «Aufhübschung» der bestehenden Substanz, die kein zentrales Management erlaube, so Philippen. «Für unser Haus ist das nicht darstellbar», betont er.

Immer interessanter werde für Sonae Sierra hingegen der Blick aufs City-Center, das «möglicherweise als gute Ergänzung» für eine deutlich kleiner ausfallende Neue Mitte dienen könne. Allerdings sei er noch immer nicht gänzlich davon überzeugt, dass sich die 351 Eigentümer auf einen Verkauf des unattraktiv gewordenen Alt-Centers verständigen, sagt Philippen.

Wie mehrfach berichtet, wird hinter den Kulissen fieberhaft an dieser Einigung gearbeitet - und das mit guten Fortschritten, wie der von den Eigentümern bestimmte Verwaltungsbeirat des City-Centers versichert.

Wolfgang Händel
28.5.2009
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