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Kritische Händler fordern den runden Tisch |
| Nach der jüngsten Entwicklung in punkto Neue Mitte ist nun mehr Transparenz erwünscht |
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FÜRTH - Neues Spiel - aber auch neues Glück? Wenn es nach dem Willen des «Arbeitskreises kritischer Einzelhändler» in Fürth geht, lautet die Antwort in Bezug auf die Planungen für ein Einkaufszentrum in der City «Ja». Die Ladenbetreiber wünschen sich einen runden Tisch, an dem sie sich mit der Stadt über das weitere Vorgehen austauschen können.
Nach dem Scheitern des ersten Konzepts für die Neue Mitte (wir haben berichtet) muss nach ihrer Ansicht in einem möglichen zweiten Anlauf nachgeholt werden, was bisher versäumt worden sei: die örtlichen Einzelhändler von Beginn an umfassend zu informieren und einzubeziehen. Im Mittelpunkt, so die Arbeitskreis-Sprecher Robert Bauernfeind (Betten Bauernfeind), Christina Rauch (Buchhandlung Jungkunz) und Matthias Bauer (Mann o Mann), stehe die Frage «Wo wollen wir hin?».
Eine solide «Bedarfsentwicklung» streben die Neue-Mitte-Kritiker aus dem Handel deshalb an, denen nach eigenen Angaben 21 Ladenbetreiber mit einer Verkaufsfläche von 4300 Quadratmetern angehören. «Wir brauchen eine Inventur darüber, was wir in Fürth haben und was uns fehlt», fordert Bauer. Die aktiven Einzelhändler seien besser als andere geeignet, sich ein Stimmungsbild zu verschaffen, denn sie stünden im täglichen Kontakt mit der Kundschaft.
Keinesfalls dürfe allein ein Investor diktieren, welche Geschäfte in einem Center unterkommen. «Ein runder Tisch», so Bauernfeind, «bedeutet Transparenz: Jeder legt seine Karten offen.» Genau das habe man bei der bisherigen Planung von Stadt und Sonae Sierra vermisst; keiner habe «so recht gewusst, woran er ist».
Buchhändlerin Rauch geht noch einen Schritt weiter. Die Frage müsse nun erlaubt sein, «ob ein Center überhaupt die richtige Lösung ist», meint sie und richtet den Blick bewusst über die Stadtgrenzen hinaus: Man könne die Kleeblattstadt «nicht isoliert betrachten», sondern müsse auch die für Fürther nicht weit entfernte Einkaufslandschaft in den Nachbarkommunen einbeziehen.
Mehr Qualität
Rauchs These: «Wer nach Fürth zieht, tut das, weil alles in der Nähe erreichbar ist.» Die zwingende Notwendigkeit, das gleiche Angebot vor Ort noch einmal vorzuhalten, sieht sie daher nicht. Wichtiger ist es in ihren Augen, den Freizeitwert der Innenstadt und die «Flanierqualität» zu erhöhen.
Unterdessen scheint jedoch das Beispiel Erlangen zu belegen, dass ein neues Einkaufszentrum in zentraler Lage durchaus zum Nutzen aller sein kann. Glaubt man einer diese Woche veröffentlichten Studie der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), haben sich die höchst umstrittenen, direkt an die Fußgängerzone anschließenden «Arcaden» – zumindest bisher – als großer Wurf für Erlangen entpuppt: Seit seiner Eröffnung im September 2007 habe der Einkaufstempel mit 22 000 Quadratmetern Verkaufsfläche ausschließlich positive Effekte gezeitigt.
«Ein fantastisches Ergebnis, es geht nicht besser», schwärmte der verantwortliche Gutachter von der GfK-Abteilung GeoMarketing, Eberhard Stegner, bei der Vorstellung der Expertise in Erlangen. Sowohl für die Läden in den «Arcaden» als auch für den Handel außerhalb haben sich demnach die Geschäfte gut entwickelt. Es komme – auch wegen der «steigenden Besuchshäufigkeit» – zu einer gegenseitigen Verstärkung; von einer Symbiose gar sprechen die GfK-Forscher.
Vor allem junge Besucher ziehe es häufiger in die Stadt, seit die «Arcaden» mitmischen. Anfängliche Leerstände wegen der Umzüge von Geschäften ins Center seien inzwischen adäquat gefüllt, so Stegner.
Für die Fürther Stadtspitze könnte das weitaus mehr sein als nur eine interessante Randnotiz aus der unmittelbaren Nachbarschaft: Denn dem Vernehmen nach gehört der «Arcaden»-Bauherr «Management für Immobilien» (mfi) zu jenen Investoren, die ihre Fühler auch nach Fürth ausgestreckt haben - für den Fall, dass die portugiesische Konkurrenz von Sonae Sierra nach dem für sie herben Rückschlag doch das Feld räumt.
Wolfgang Händel |
| 15.5.2009 |
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