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Neue Mitte: Stimmung ist durchwachsen

Optimismus der Fürther Stadtspitze löst geteiltes Echo aus - BI macht sich Hoffnungen
 Neue Mitte: Stimmung ist durchwachsen
Foto: Hans-Joachim Winckler
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So plötzlich das Ende der bisherigen Neue-Mitte-Planungen kam, so schnell hat sich die Stadtspitze zu neuem Optimismus aufgerafft. Mit ihrer Ankündigung, auch andere Investoren für ein Einkaufszentrum in der City an der Hand zu haben, hat sie jedoch ein durchaus geteiltes Echo ausgelöst.

FÜRTH - «Wundern», meint Christofer Hornstein, «muss man sich schon.» Wundern darüber, «dass die Stadt ewig gesagt hat, es gebe nur einen Investor - und jetzt sind es plötzlich mehrere.» Doch für den Sprecher der Bürgerinitiative Bessere Mitte ist es andererseits nur folgerichtig, dass nach den lang anhaltenden und lebhaften Diskussionen über die Neue Mitte weitere Interessenten «wachsam geworden sind». Hornstein weiß das aus ganz eigener Erfahrung. Denn im Namen der Bürgerinitiative hat der Architekt in den vergangenen Monaten selbst Kontakt zu potenziellen Investoren für eine Belebung der Einkaufslandschaft im fraglichen Bereich gesucht - und in einigen Fällen auch gefunden, wie er sagt.

Ein sehr potentes Unternehmen, mit dem er sich inzwischen fast täglich austausche, sei sogar zu dem bereit, wovon Hornstein kaum zu träumen wagte: ein von ihm selbst maßgeblich mitentwickeltes Konzept umzusetzen, das ein in drei Teilkomplexe zerfallendes Shopping-Center vorsieht - und damit der BI-Forderung nach mehr Offenheit und mehr Durchlässigkeit entspräche.

Noch sei nichts spruchreif, und keinesfalls wolle die Firma im Moment in der Öffentlichkeit genannt werden; doch zu gegebener Zeit werde man auf die Stadt zugehen. Wenn man Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller beim Wort nehmen darf, dürfte Hornstein damit offene Türen einrennen. Denn im Gespräch mit unserer Zeitung betonte Müller unlängst, dass die Bürgerinitiative bei der Suche nach neuen Konzepten «zur konstruktiven Mitarbeit» eingeladen sei.

Ebenso wie Müller und Hornstein glaubt Norbert Staudt, Sprecher des Einzelhandelsverbands in Fürth, dass das Eis in Sachen Innenstadtaufwertung gebrochen ist. «Vorher ist doch keiner auf den Gedanken gekommen, Fiedler, Wölfel-Areal und Park-Hotel zusammenzufassen», sagt Staudt. Erst durch die Neue-Mitte-Planung sei diese große Variante zum Thema geworden; jetzt, ist Staudt überzeugt, werde sie «im Fokus» bleiben.

Spezifische Lösung

Der Einzelhandelschef beharrt allerdings auf der seit jeher von ihm vertretenen Meinung: Kein «x-beliebiges Center wie in Schweinfurt, Nürnberg, Erlangen oder sonstwo» dürfe entstehen, sonst verliere der Kunde schnell das Interesse daran. Staudt wünscht sich vielmehr eine spezifische, auf Fürth zugeschnittene Lösung. Die Befürchtung freilich ist ihm nicht zu nehmen, dass es sich nun Jahre hinziehen könnte, bis es so weit ist.

Deutliche Skepsis ist auch bei Christian Nowak herauszuhören. Der Fürther Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), ein glühender Befürworter der Neuen Mitte, spricht von einem Umfeld, das «schwieriger geworden» sei. «Der Optimismus, den wir noch vor einem Jahr hatten, ist wegen der Krise nicht mehr derselbe.» Die von der städtischen Führungsriege verbreitete Zuversicht sei deshalb zwar «zu begrüßen» - für ihn aber «nicht ganz einfach nachzuvollziehen».

Nowak mag sich auch leise Kritik an Sonae Sierra nicht verkneifen. Die Portugiesen hätten wichtige Schritte wie die zugesagte Einrichtung eines Neue-Mitte-Büros als Anlaufstelle in Fürths Zentrum nicht vollzogen; zudem stelle er sich «dezent die Frage», ob man denn im Fall des nun abgesprungenen Hausbesitzers «sensibel genug vorgegangen ist».

Eine Hoffnung indes hegt Nowak noch: dass es Sonae Sierra gelingt, um das inzwischen berühmte Haus Nummer 12 in der Rudolf-Breitscheid-Straße herumzubauen - so wie es einst «Saturn» am Kulturforum mit dem Parkplatz eines nicht verkaufswilligen Anwohners gelungen ist.

Wolfgang Händel
6.5.2009
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