 |
| Bitte Bild anklicken! |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
|
Zwischen Erleichterung und Enttäuschung pendeln die Reaktionen Fürther Politiker auf das mögliche Aus für das geplante Einkaufszentrum «Neue Mitte» in der Innenstadt. Die FN haben bei den Sprechern der großen Stadtratsfraktionen nachgefragt.
FÜRTH - Von einer «Riesenenttäuschung» und einer «verpassten Chance für Fürth» spricht Sepp Körbl. «Unternehmen, die bei uns 150 Millionen Euro investieren wollen, stehen eben nicht Schlange», sagt der Fraktionschef der SPD. Sonae Sierra sei ein weltweit agierender Konzern, der mit seinen hervorragenden Kontakten beste Chancen gehabt hätte, die großen Filialisten in die Kleeblattstadt zu bringen.
Körbl ist überzeugt davon, dass die Mehrzahl der Fürther hinter dem Projekt steht. «Dass es nun womöglich von einem einzigen Mann zu Fall gebracht wird, ist schon sehr bitter», klagt der Sozialdemokrat. Zwar hoffe er noch darauf, dass Sonae Sierra in den kommenden Wochen eine Planung für eine «Version light» des Einkaufszentrums auf den Weg bringt, aber, so Körbl, «mein Glaube daran ist nicht allzu groß».
Joachim Schmidt (CSU) würde es «sehr bedauern», sollte das Projekt scheitern. Mit den Ergebnissen des Architektenwettbewerbs, die in den kommenden Tagen vorgestellt werden sollten, hatte er die Hoffnung verbunden, «sachlich diskutieren zu können und einen Kompromiss zu finden, der für alle Kritiker akzeptabel gewesen wäre».
Das Scheitern der Neuen Mitte, macht Schmidt klar, bringe Fürth nicht weiter. Die Kaufkraft fließe nach wie vor in die Nachbarstädte, dem Einzelhandel fehle immer noch ein Magnet und das City-Center werde ohne Neue Mitte auch nicht attraktiver. Ähnlich wie sein Stadtratskollege Sepp Körbl betont der Christsoziale, dass Investoren, die bereit seien, so viel Geld in Fürth auszugeben, «nicht auf den Bäumen wachsen».
Auch der «kleinteilige Alternativvorschlag der Bürgerinitiative», der laut Schmidt durchaus Charme habe, würde wohl einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. «Wer soll das bezahlen?», fragt Schmidt. Die Stadt könne es nicht. Der CSU-Politiker gibt jedenfalls die Hoffnung nicht auf, dass Sonae Sierra doch noch eine Lösung findet. Sollten die Portugiesen abspringen, wisse er nicht, wer diese Lücke ausfüllen soll. «Ich sehe keinen anderen Investor und ohne einen geht es nicht.» Schmidt befürchtet zudem, dass ein Rückzug der Portugiesen von anderen potenziellen Geldgebern nicht gerade als Anreiz verstanden werde, sich selbst zu engagieren.
Brigitte Dittrich hat die Nachricht vom möglichen Aus des Shopping-Centers vergleichsweise gelassen aufgenommen. «Ich wäre sogar ein bisschen erleichtert, wenn es so passieren sollte», gesteht die Fraktionssprecherin der Grünen. Schließlich habe sich der Investor bei umstrittenen Fragen, wie etwa der Überdachung der Rudolf-Breitscheid-Straße, nicht bewegt.
Dem 77-jährigen Besitzer des Hauses Rudolf-Breitscheid-Straße 12, der die Neue Mitte letztlich zu Fall bringen könnte, ist sie daher auch nicht gram. «Es ist sein gutes Recht, nicht zu verkaufen», betont Dittrich. Allerdings wäre es nach ihren Worten ein Drama, wenn sich in der Innenstadt «nun gar nichts» tun würde. «Das Fiedler-Areal, die Commerz-Bank - all das muss so nicht stehen bleiben», sagt die Grünen-Politikerin. Sie ist jedoch der festen Überzeugung, dass sich andere Investoren finden werden. Schließlich sei Fürth in den vergangenen Jahren immer attraktiver geworden.
Am besten würde es Dittrich gefallen, wenn die Stadt gemeinsam mit Vertretern der Bürgerinitiative einen Plan für die Zukunft des Areals entwickelt - und erst mit einem fertigen Konzept in der Tasche auf Investorensuche geht. JOHANNES ALLES |