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Ein Hausbesitzer blockiert die Neue Mitte

Weil ein zentrales Gebäude im Areal für das Einkaufszentrum unverkäuflich ist, droht das Projekt zu scheitern
 Ein Hausbesitzer blockiert die Neue Mitte
Foto: Nürnberg Luftbild, FN
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Foto: Winckler
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Entsetzen bei der Stadt und beim Investor Sonae Sierra: Das 150-Millionen-Euro-Projekt Neue Mitte droht zu scheitern, weil der 77-jährige Besitzer des Hauses Breitscheidstraße 12 nun überraschend doch nicht verkauft (siehe auch den Bericht im Politikteil, Seite 3). Sonae Sierra will zwar noch einmal neu planen, doch die Chancen für das Einkaufszentrum im Herzen der Stadt stehen nicht mehr allzu gut.

FÜRTH - Es war die Entwicklung, vor der Vertretern der Stadtspitze und des Investors in manch schlafloser Stunde gegraut haben mag, die sie aber bei wachem Verstand offenbar nie ernsthaft in Erwägung zogen: Einer der Hauseigentümer im für die Neue Mitte reservierten Bereich macht die Schotten dicht, verkauft nicht und bringt damit das ganze Projekt zum Kippen.

Genau dieser Fall, der GAU für das geplante Einkaufszentrum mit seinen 110 Läden links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße, ist jetzt eingetreten. Die Erschütterung darüber ist gewaltig, er sei «verbittert», sagte OB Thomas Jung. Noch am Donnerstagmorgen war ins Rathaus die Kunde gedrungen, nun sei alles vorbei, der portugiesische Immobilienkonzern Sonae Sierra ziehe sich zurück. Eine Stunde später, nachdem Vertreter von Stadt und Sonae Sierra hinter verschlossenen Türen getagt hatten, wurde klar: Man wird das Handtuch nicht so schnell werfen.

Die Planungsabteilung des portugiesischen Unternehmens ist seit gestern am Werk und soll binnen der nächsten zwei bis vier Wochen prüfen, ob sich eine «sinnvolle Wegeverbindung» für das Shopping-Center auch auf dem verbliebenen Teil des Geländes realisieren lässt. Der bisherigen steht das besagte Haus im Weg, dessen Erdgeschoss einen Schmuckladen und einen Pizzaverkauf beherbergt.

Im Gespräch mit den Fürther Nachrichten ließ der Deutschland-Chef von Sonae Sierra, Thomas Binder, durchblicken, dass dies eine mehr als schwierige Aufgabe sein wird. Eine unmögliche gar? Binder lässt sich dazu keine Prognose entlocken, doch im Rathaus tuschelt man bereits hinter vorgehaltener Hand: Die Chancen für die Neue Mitte sind unter die 50-Prozent-Marke gesunken.

Denn bei dem Gebäude handelt es sich eben nicht um irgendeines in vernachlässigbarer Randlage, sondern um eines jener denkmalgeschützten Sandsteingebäude an exponierter Stelle, deren Abriss die Neue-Mitte- Kritiker stets vehement bekämpften.

Andere, weniger diffizile Umplanungen hätten die Macher von Sonae Sierra wohl nur ein müdes Lächeln gekostet, denn damit, sagt Binder, habe man bei der Konzeption jedes neuen Einkaufszentrums in Innenstadtlage zu tun. Ein so gravierender Fall wie jetzt in Fürth sei ihm aber noch nicht untergekommen. «Das ist ein Blattschuss», formuliert Binder.

Auf der Hand liegt: Der Eingangsbereich an der östlichen Seite müsste so weit in die Breitscheidstraße hineinverschoben werden, dass der Zugang zum unverkäuflichen Haus nicht beeinträchtigt wird. Ob dann möglicherweise auch das rechter Hand liegende und bisher fest eingeplante Park-Hotel außen vor bleibt, weiß noch niemand; möglich aber sei das, sagt der Projektentwickler von Sonae Sierra, Martin Philippen.

Wahrscheinlich ist, dass die Größe des Centers – bisher waren 25 000 Quadratmeter geplant – nach unten korrigiert werden muss. Doch die 20 000er-Marke, das macht Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller deutlich, dürfe nicht gerissen werden, solle sich eine Investition dieser Größenordnung noch rechnen.

Jede Verkleinerung indes dürfte bei der Bürgerinitiative Bessere Mitte und bei den jüngst gegründeten «Kritischen Einzelhändlern» helles Entzücken auslösen – denn sie hatten stets genau das gefordert. Doch Euphorie mochte BI-Sprecher Christofer Hornstein gestern nicht empfinden. Denn er glaube nicht daran, dass aus einer Neuplanung des Investors Sonae Sierra etwas «Positives für Fürth» erwachsen kann. (Mehr Reaktionen und Hintergründe lesen Sie auf unserer Sonderseite 3)

Wolfgang Händel
1.5.2009
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