 |
| Bitte Bild anklicken! |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
|
FÜRTH - Dramatische Wende bei den Planungen für die Neue Mitte: Das Einkaufszentrum, das für 150 Millionen Euro in der Fürther City entstehen soll, droht nach anderthalbjähriger Vorarbeit zu scheitern, weil der Besitzer eines Hauses doch nicht verkaufen will.
«Wenn man das Projekt im Herzen treffen wollte, dann musste man sich dieses Gebäude aussuchen«, sagte Oberbürgermeister Thomas Jung den Fürther Nachrichten. Denn das denkmalgeschützte Mehrfamilienhaus liegt in der Rudolf-Breitscheid-Straße an so exponierter Stelle des für die Neue Mitte vorgesehenen Areals, dass sich dadurch alle bisherigen Planungen erledigt haben.
Von einem «Blattschuss« spricht der Deutschland-Chef des portugiesischen Investors Sonae Sierra, Thomas Binder. Sein erster Impuls sei deshalb gewesen, das Projekt zu beerdigen. Doch in Verhandlungen mit der Stadt kam man im Lauf des Donnerstagvormittags überein, die Flinte nicht so schnell ins Korn zu werfen.
In den nächsten «zwei bis vier Wochen«, so Binder, werde man untersuchen, ob sich eine sinnvolle Wegeverbindung für ein Einkaufszentrum auf dem verbliebenen Gelände schaffen lässt. Laute die Antwort Nein, werde man die Segel streichen; sehe man hingegen eine Alternative, werde man neu planen. «Wir fangen dann aber wieder bei Null an.«, sagt Binder und weiß: «Das wird nicht einfach.«
Wie er die Restchancen taxiert, dazu wollte sich Binder nicht äußern. Dass sie nicht allzu gut stehen, darüber wurde jedoch gestern hinter vorgehaltener Hand bereits getuschelt.
Private Gründe
Ausschlaggebend für den neuerlichen Anlauf sei zum einen die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt Fürth gewesen, zum anderen aber auch das bisherige finanzielle und zeitliche Engagement von Sonae Sierra. In Planungen, Kaufoptionen und einen Architektenwettbewerb ist bereits ein siebenstelliger Betrag geflossen, seit 2007 hatten sich die Experten der Firma, die 50 Shopping-Center, vor allem in Südeuropa, betreibt, mit dem Vorhaben befasst,
Von einer «fatalen Situation« spricht der Fürther OB «wir stehen alle unter Schock«, sagt Baureferent Joachim Krauße. Dass sich der Besitzer des Hauses in der Breitscheidstraße doch noch einmal anders entscheidet, halten beide für ausgeschlossen. Denn ausschlaggebend seien für den in dem Gebäude geborenen Mann private Gründe gewesen. Die Hoffnung, der 77-Jährige würde sich, auch angesichts lukrativer Offerten, überzeugen lassen, ist damit geplatzt - wider allem Erwarten, betonen die Verhandlungsführer bei Stadt und Investor.
Er sei «enttäuscht und verbittert«, so Jung, der die Neue Mitte stets gegen vehemente Kritik einer Bürgerinitiative verteidigt hatte. Eine «einmalige Chance für Fürth« sieht er nun «aufs Höchste gefährdet«.
Mehr Berichte über Hintergründe und Reaktionen finden Sie in der Printausgabe der Fürther Nachrichten
Wolfgang Händel |