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Der Tod ist wie Umsteigen in Forchheim |
| Zum Lachen und zum Weinen: Das Kultstück «Indien» aus der Sicht des Nana Theaters |
| Der Tod ist wie Umsteigen in Forchheim |
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Mit seiner fränkischen Version des österreichischen Kultstückes «Indien» gastierte das Nana Theater Nürnberg am Wochenende in der Kofferfabrik - und hinterließ manchen Kloß im Hals.
«Der Tod ist wie Umsteigen in Forchheim». Und dann wartet ein alter Mann mit langem weißen Bart und spielt mit dir Sechsundsechzig.
Der Tod ist eben doch nicht - oder vielleicht doch - das Ende. Auf jeden Fall aber hat man seine Ruhe.
Und dennoch fragt sich Kurt Fellner, Inspektor im Gast- und Hotelgewerbe, warum gerade er und nicht sein «primitiver» Kollege sterben muss.
Die beiden ungleichen Männer, die im Fränkischen berufshalber Hotels und Gaststätten unter die Lupe nehmen, hatten sich bis zu Fellners Krebserkrankung eigentlich kaum etwas zu sagen, geschweige denn irgendwelche Gemeinsamkeiten, die sie miteinander verbunden hätten. Man musste den anderen eben ertragen. Doch dann baut sich schließlich doch noch so etwas wie Freundschaft auf.
In der Tragikomödie «Indien» von Josef Hader und Alfred Dorfer, die der aus Bamberg stammende Regisseur Bernd Schramm nach Franken versetzt hat, offenbart sich Sinn wie Sinnlosigkeit des Lebens. Erinnerungen ans absurde Theater werden hier wach, wenn etwa Jürgen Heimüller als kleinbürgerliches Ekel Heinz Bösel stur und stumpf sein Schnitzel in sich hineinschlingt - im Gegensatz zu Kurt Fellner alias Arnd Rühlmann, der immer um Seriosität bemühte Spießer, dessen Fassade nach einigem Alkoholgenuss bröckelt. Schlussendlich ist er auch nicht besser als sein an nichts anderem als an Essen interessierter Gastrotester-Kollege.
Das Stück, das als Film - mit Hader und Dorfer in den Hauptrollen - bereits kultisch verehrt wird, ist zum Teil zotenhaft, gleichzeitig aber durchdrungen von der Frage nach dem Sinn allen Lebens. Und die beiden Hauptdarsteller wie auch Regisseur Schramm als Wirt, Arzt und Pfarrer, sie verkörpern brillant allen Franken so vertraute Charaktere; maulfaul und geschwätzig sind sie, fühlen sich über den anderen erhaben und bleiben doch auf ihn angewiesen.
Glaubwürdig
Es sind Menschen, wie sie einem überall begegnen können. Der Spiegel, der dem Zuschauer vorgehalten wird, wirft kein allzu schönes Bild zurück. Beeindruckend an der Inszenierung ist die Glaubwürdigkeit, mit der sich die Wandlung der Beziehung Bösels zu Fellners verdeutlicht. Mit dem Ernst des Todes erhält auch ihr Verhältnis zueinander unerwartete Tiefe.
Das Ende dieses Theaterabends in der Kofferfabrik hinterlässt nachdenkliche Zuschauer, denen man anmerkt, dass sie nicht wissen, ob sie nun lachen oder weinen sollen. URSULA SVOBODA |
| 20.4.2009 |
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FÜRTHER NACHRICHTEN |
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